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Semlin / 2.9.2010 Prost WikingerErinnert sich noch einer an die Schiffstaufe der "Freyja" anno 2001? Das 15m lange Holzboot nach alten Plänen, das Dieter Falke mit den arbeitslosen Premnitzer Jugendlichen gebaut hatte? Idealismus, ja: Entdeckerfreude durchwehte das Projekt - irgendwie brach da eine darbende Region zu neuen Ufern auf. Das hatte tatsächlich etwas Wikingerhaftes, etwas Zukunftsgreifendes. |
Semliner Gesichter |
Semlin / 8.8.2010 Dreissig im Dorf? Pustekuchen!
Anwohner des Semliner Dorfkerns dürften schon aufgeatmet haben, als Ende Juli ein erstes Tempo-30-Schild den Rasern bedeutete, im Kreuzungsbereich Dorfstraße/Ferchesarer Straße den Fuß vom Gaspedal zu nehmen. Das Problem der Lärm- und Erschütterungsbelästigung im Dorfkern ist seit Jahren bekannt; längst hatte der Ortsbeirat auch die Asphaltierung der brummenden Kopfsteinpflasterstrecke beschlossen - allerdings ist das Projekt aus Haushaltsgründen auf Eis gelegt. Einen preiswerteren Weg, die signifikante Geschwindigkeitsbeschränkung im Dorfinneren, scheint man indes nicht gehen zu wollen. Also bollert der Milchlaster mit Karacho durchs Dorf, jugendliche Bassboxen-Fetischisten üben nach dem Abbiegen den Kavallierstart, und die Anwohner an der Straße haben weiterhin das Gefühl, an einer Einflugschneise zu leben. |
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Semlin / 1.8.2010 Der Eiersegen – neu entdeckt
Helmut Neitzel ist per Mail erreichbar unter
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Semlin / 1.8.2010 Eichenbaum mit KrabbelsackOben im Rhinower Ländchen sieht es schon verheerend aus; diesseits des Sees sind bisher zum Glück nur vereinzelt erste Schäden festzustellen: Der trockene Sommer sorgt für ein gutes Jahr für Eichenprozessionsspinner. Die nachtaktiven Falter befallen Stiel- und andere Eichen. Zu erkennen ist die Schädigung an den weißlich verfärbten, zusammengekrümmten Blättern.... und an den ekligen, bis zu einem Meter großen Raupensäcken, in denen hunderte oder tausende von Raupen auf ihren Einsatz warten. In meterlangen Prozessionen wandern die gefräßigen Tiere dann über den Baum bis zu dessen völliger Entlaubung. |
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Semlin / 25.2.2010 Das Semliner Wetter im Jahr 2071 Die Helmholtz-Gemeinschaft weiß etwas, das alle wissen wollen. Denn die Forschergemeinschaft ist ein hochseriöser Zusammenschluss deutscher Klimabüros, und sie wertet aus, was die Klimaforscher hierzulande an Prognosen abgeben. Niederschlag, Sonnentage, Temperaturveränderung: Wer wissen will, wie es in Semlin in 60-90 Jahren aussieht, bekommt auf www.regionaler-klimaatlas.de eine unabhängige und fundierte Prognose.
Und die lässt für unser Bundesland insgesamt wenig Gutes ahnen.
Zum Beispiel steht uns sowieso schon heiße Sommer gewöhnten Brandenburgern eine mittlere Temperaturerhöhung von 3,1° ins Haus. Pessimisten gehen sogar von bis zu 5,2° Steigerung aus. 27,8 zusätzliche Sommertage (Pessimisten: 59,4) verlängern unseren Sommer mit seinen ausgedorrten Feldern und trockenen Wiesen noch weiter. Auch die sogenannten tropischen Nächte nehmen um 13,1 zu - Nächte, in denen die Temperatur nicht unter 20° sinkt.
Verblüffend ist: dieser Anstieg geschieht nicht linear ab sofort. Ganz unmerklich verschiebt sich die Skala mit moderaten Anstiegen bis zur Jahrhundertmitte, um dann explosiv anzusteigen - zu einem Zeitpunkt, wo jeder Versuch zur Klimarettung bereits zu spät kommt...
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Semlin / 21.7.2009 Zeitreise: 70 Jahre... Gedruckt und erschienen: Ab heute ist Martin Keunes "Groschenroman" im Buchhandel erhältlich. Das Buch beschreibt, initiiert von Heike Brett, das Leben und Sterben von Axel Rudolph, der vom Kohlenarbeiter zum Drehbuchschreiber und Erfolgsautoren avancierte und 1936 mit seiner Verlobten nach Semlin kam. Mit der Tochter des lokalen Obernazis verband Rudolph eine leidenschaftliche Affäre – an deren Ende Verrat und eine Anklage vor Freislers Volksgerichtshof standen... Neben einem turbulenten Lebensweg beschreibt das Buch auch mit Fotos und teilweise unveröffentlichten Quellen den Alltag im Nationalsozialismus in Semlin und in Rathenow (oben: Durchmarsch einer in Rathenow ausgebildeten Rekrutenkompanie aus Hannover 1938) und trägt so ein Stück zu einer überfälligen Geschichtsschreibung der Region bei. Der über 300 Seiten starke, reich bebilderte Band entstand mit Unterstützung der Volksbbank Rathenow und kostet 19,90 Euro. |
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Semlin / 28.4.2009 Die dritte Landplage Es hatte schon etwas Apokalyptisches, die schwarzen Wolken über Tegeland (Foto), die stehenden Rauchsäulen unten am Bauerndeich, schwarze Wolken auch bis weit hinüber Richtung Hohennauen. Die Leute standen vor den Häusern und staunten, aber die Feuerwehr musste nicht ausrücken - denn der vermeintliche Waldbrand waren gigantische Mückenschwärme. Unten am See war das Surren ohrenbetäubend; immerhin handelte es sich nicht um Stechmücken, sondern um eine andere, "unbewaffnete" Insektenart. Die Tierchen waren zu Hunderten Millionen aus den feuchten Uferwiesen geschlüpft und tanzten ihr Wiegenfest. Am nächsten Tag war das Schauspiel schon wieder vorbei, nur die Vögel flogen schwerfälliger als sonst: Sie waren noch immer pappsatt... |
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Semlin / 9.12.2008 Rathenow schrumpft In der Schwimmhalle (Foto oben) war's am Wochenende angenehm leer - Zufall oder schon die Vorboten künftiger Menschenleere? Einen düsteren Blick in die Zukunft der Region kann man nämlich neuerdings auf der Webseite wegweiser-kommune.de tun. Die Bertelsmann-Stiftung veröffentlicht dort die Ergebnisse einer Studie über die Bevölkerungsentwicklung bis ins Jahr 2025. Jeder Ort über 5.000 Einwohner ist verzeichnet, also auch Rathenow. Für die Stadt, zu der ja auch Semlin gehört, ergeben sich extreme Veränderungen. Insgesamt nimmt die Bevölkerung bis 2025 um 15,4 % oder 4.104 Menschen ab. Gleichzeitig verändert sich die Altersstruktur dramatisch: Gegenüber heute 1.247 über 80-jährigen werden im Jahr 2025 stolze 3.084 Menschen dieses Alters in Rathenow leben. Das sind fast 14 % der dann nur noch 22.536 Rathenower. |
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Semlin / 9.10.2008 Nicht mehr vergessen Seit dem 13.09.2008 ist der Semliner Schriftsteller Axel Rudolph, der 1944 unter dem Fallbeil der Nazis starb, kein Vergessener mehr. An sein von Heike Brett und Martin Keune zur Zeit intensiv recherchiertes Leben erinnert eine vom Ortsbeirat einstimmig beschlossene Gedenktafel im Gehweg vor dem Gemeindehaus. Zur Einweihung, an der auch Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger teilnahm, forderte Semlins Ortsbürgermeister Alfred Mantau in klaren Worten, die "braune Pest" nie wieder an die Macht gelangen zu lassen. |
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Semlin / 23.2.2008 Auf den Spuren eines Semliner SchriftstellersDie Semliner Kirchengemeinde unter Pfarrer Buchholz lud ein zu Kaffee und Kuchen – und das Gemeindehaus war gut gefüllt am 23.02.08. Die gebürtige Semlinerin Heike Brett, geborene Dorst, berichtete von ihren Nachforschungen über das Schicksal des Schriftstellers Axel Rudolph, den einige der Anwesenden noch persönlich gekannt hatten. Rolf Bading, Otti Marquardt , Gisela Fritze, Gina Thiedecke, Horst Thiedeke und der Semliner Bürgermeister Alfred Mantau waren sich einig: Axel Rudolphs Verbindung zum Dorf soll nicht in Vergessenheit geraten. Die intensive Forschungsarbeit von Heike Brett erhellt das Schicksal eines Mannes, der in Semlin ein geliebtes Zuhause fand – und nach einer Denunziation von den Nationalsozialisten hingerichtet wurde. Semlin.de freut sich, auf unserer GESCHICHTE-Seite die bisherigen Ergebnisse von Heike Bretts Arbeit präsentieren zu dürfen. Noch längst sind nicht alle Fragen geklärt – und Heike Brett bittet alle, die etwas über Axel Rudolphs Leben oder den Verbleib seiner Familie wissen, um Mitarbeit und Information |