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Der Bücherstapel ist beträchtlich, und fast haben Heike Brett und Martin Keune alle Bücher zusammen, die Axel Rudolph geschrieben hat. Der Mann war hochproduktiv und erfolgreich: über 50 Romane veröffentlichte der Kriminal- und Abenteuerschriftsteller zwischen 1933 und 1943; vier bis fünf meist 250 Seiten dicke Bücher pro Jahr. Dazu kamen Drehbücher und Buchvorlagen für die expandierende Filmindustrie, die zum Teil mit namhaften Schauspielern wie Jean Gabin, Liane Haid oder Brigitte Helm verfilmt wurden. Die Villa, die Rudolph ca. 1936/37 mit seiner künftigen Frau Gertrud in Semlin mietete, steht noch heute: Die "Pension am See" in Semlin-Ausbau war schon damals ein malerisches Haus am Seeufer. Und die Rudolphs waren gerne Gastgeber für die Berliner Freunde aus Film- und Literaturkreisen. Nebenan wohnte Fritz Odemar, der Graf Stroganoff aus "Kleider machen Leute" (1940) und Vater des späteren TV-Kommissars Erik Ode. Man fühlte sich wohl im Dorf am See und konnte auch fern des Berliner Trubels in Frieden arbeiten.
Doch die heikle Gratwanderung zwischen der Berliner Boheme und den Semliner und Rathenower Nazigrößen ist eine gefährliche Sache. Als Axel Rudolph sich mit der Geliebten überwirft, ist sein Leben in Gefahr...
Einheimische wissen schon, wo die dramatische Geschichte des Abenteurers und zeitweiligen Obdachlosen Axel Rudolph endet: Unter dem Fallbeil der Nazis. Seit 13.8.2008 erinnert eine Gedenktafel vor dem Gemeindehaus an das Schicksal von Axel Rudolph.
Doch es gibt noch mehr zu erzählen aus den Dreissiger und Vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts in Semlin und Rathenow. Unter tatkräftiger Mithilfe von Heike Brett hat Martin Keune einen biografischen Roman daraus gemacht, der unter dem Titel "Groschenroman" im Be.Bra Verlag erschienen ist.
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Semliner Gesichter |
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![]() 27.07.2002 - Anna Ropien, Semlinerin: Denkmal eingeweihtAm 27.07.2002 war es endlich so weit: Anna Ropien aus Semlin, die 330 Jahre zuvor anno 1672 in Rathenow als Hexe verbrannt wurde, bekam ihr lange überfälliges Denkmal auf dem Semliner Fahnenplatz. Künstler Volker Roth aus Grütz (Foto: Mitte mit braunerJacke) realisierte die Sandstein-Skulptur, die im Vorfeld zwischen Ortsteilbürgermeister Mantau und der evangelischen Kirche kontrovers diskutiert worden war. Während die Kirche Wallfahrten von Satanisten heraufbeschworen hatte, würdigte Mantau in einer klugen, sensiblen Ansprache das Denkmal als klare Stellungnahme gegen Unwissenheit, Aberglauben und herrschaftliche Willkür. Das Semliner Hexendenkmal ist das erste in den neuen Bundesländern. |