Helmut Neitzel (*1949 †2017)

Wenn man Helmut Neitzel in Semlin trifft – beim Malen in der freien Landschaft oder sonnengebräunt nach seiner Fahrrad-Teilnahme beim sommerlichen Drei-Seen-Lauf – , dann wird schnell klar, dass das alte Klischee vom Maler als Stubenhocker auf niemanden weniger zutrifft als auf ihn. Der Mann wirkt fit, und auch seine Malerei ist nicht zimperlich und zögerlich, sondern geht in offensiven Farben zur Sache. Die havelländische Landschaft in dramatischem Licht, häusliche Szenen in heiterer, harmonischer Komposition, die Semliner Dorfkirche mit zwinkernden Kinderaugen betrachtet: Neitzel spitzt zu, idealisiert, bringt auf den Punkt. Jedes seiner Bilder: ein Kraftpaket!
Über seine Motivation und Lehrmeister schreibt Helmut Neitzel in seiner Vita:
„Meine Lebensorte waren bisher immer bei den zwei W´s, Wasser und Wald. 1949 wurde ich in Genzien bei Arendsee in der Altmark geboren und wuchs auf in ländlicher Idylle. Malen und Zeichnen lag mir schon als Kind, aber die richtige Tiefe dazu bekam ich erst in Rathenow. Die Bastelei mit optischen Geräten führte mich in die Stadt der Brillen und Mikroskope, dort wurde ich Feinmechaniker und kam über Umwege Ende 1970 schließlich wieder zurück. Der Umweg führte mich auch zwischendurch mehrere Jahre nach Wittenberge an der Elbe zu Nähmaschinen und Maschinenbaustudium.

In Rathenow hatte ich 1968 den ersten Kontakt mit einem richtigen Künstler, Heinz Behling,und entdeckte schließlich Anfang der 80er Jahre meine Vorliebe zur Ölmalerei. Über viele Jahre leitete Gerhard Henschel neben seiner Arbeit als frei schaffender Maler die Arbeitsgemeinschaft „Bildnerisches Gestalten“, von ihm habe ich am meisten gelernt.“

Helmut Neitzel ist Mitglied im Rathenower Künstlerkreis.

Das Offene Atelier des Rathenower Künstlerkreises ist am Schleusenplatz 4 neben der Stadtbibliothek.

Einen Einblick in seine Arbeit zeigen folgende Abbildungen (Klicken für Großabbildung!)

7 comments on “Helmut Neitzel (*1949 †2017)
  1. Klaus - Dieter Decker sagt:

    Ihr Lieben , ich habe einen Freund und Kumpel verloren. Gerne wäre ich noch ein Stück Wegs auf dieser Welt gegangen.

  2. Gudrun Born sagt:

    Ja auch wir haben einen unserer besten Freunde verloren und wir können es nicht begreifen.
    Uns wird er immer in Erinnerung bleiben, denn wir haben viel von ihm gelernt.
    Sein künstlerisches Wirken, auch für unsere Stadt Arendsee wird nicht nur uns, sondern auch vielen anderen in ewiger Erinnerung bleiben.

  3. Torsten Neitzel sagt:

    Er war mein Onkel, mit meinem
    Sohn war ich letzetes Jahr bei ihm. Ich weiss nicht warum. Als Kind war er bei uns im Garten mit seinem Motorrad und zeltete. Ich habe das Gestänge umgeworfen und wir lagen im zusammengegeworfenen Zelt, ich denke an sowas. Lieber Helmut, ich denke an Dich. Torsten

  4. Ingrid Laue sagt:

    Helmut war zu gut für diese Welt. Ich mochte ihn sehr, nicht nur, weil er meiner Schwester gut tat. Sie lebten 18 Jahre glücklich zusammen. Wir waren sehr gern in seiner Nähe. Er sprühte vor Ideen. Er war kreativ, sehr fleißig, bescheiden, immer hilfsbereit – völlig uneigennützig. Helmut interessierte sich beinahe für alles. Hat alles in sich aufgesaugt. Er wird in unserem Herzen weiterleben. Er ist nicht tot, er ist nur woanders.

  5. Traudi Schuenemann sagt:

    Er war mein neun Jahre jüngerer Bruder, somit hatte ich viele Pflichten, auf ihn auf-zu -passen. Dann heiratete ich, und zog an die Ostsee. Sehr gerne kam er dann, in den Ferien zu mir, oft Wochen lang .
    Ich kann es mit Worten nicht beschreiben wie sehr er mir fehlt. Auch wenn man sich durch die Entfernung nicht so häufig gesehen hat. Er fehlt einfach.
    Seine Bilder sind für mich ein Stück Leben,die den Schmerz lindern und das Andenken pflegen.
    Traudchen

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