"Achtung, Sie betreten jetzt den Toten Winkel!" - in der heißen Nachmittagssonne blinzeln die vielen tausend Radfahrer verdutzt, manche schrecken zurück, bemerken dann die gelben Fahrbahnmarkierungen auf der Straße des 17.Juni unmittelbar vor dem Brandenburger Tor. An einem Wagen der Berliner Feuerwehr ist der Tote Winkel sichtbar gemacht - und die Lösung, der holländische Dobli-Spiegel, ist auch gleich montiert. Die TeilnehmerInnen der großen ADFC-Sternfahrt haben alle schon vom Dobli gehört - gesehen haben ihn die wenigsten.

"So groß ist der Bereich, wo mich keiner sieht?" - "Damit fährt jeder Laster rum?" - "Da passen ja zweihundert Räder rein!": Die Reaktionen der Passanten sind einhellig. Dass der Tote Winkel einen derartig großen Bereich neben dem LKW ausmacht, hätten die wenigsten gedacht. Und mancher läßt es sich nicht nehmen, selbst in den Feuerwehrwagen zu steigen und sich so vom ganzen Ausmaß des Problems ein eigenes Bild zu machen - und von seiner Lösung. "Eine Schande, dass das nicht längst auch bei uns Gesetz ist!": Diese Feststellung hören Wilbert Van Waes, seine Frau und Tochter und weitere Freunde an diesem Tag häufig.

"Ich kenne das Problem, ich habe Sie im Fernsehen gesehen!" - auch Martin Keune ist erfreut, wie hoch der Informationsstand der Berlinerinnen und Brliner zum Thema schon ist. Die lange Aufklärungsarbeit des ADFC und die aktuelle Spendenkampagne haben Beachtung gefunden; mancher weiß die Fakkten längst auswendig: "In Holland Gesetz, kost' hundertfuffzich, brauchenwa ooch: Ick weeß, ick weeß!"... bleibt zu hoffen, dass die an diesem sonnigen Sonntag durchweg vertretene Meinung sich auch möglichst bald bis ins Verkehrsministerium durchsetzt...